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Gesundheitswesen aus Sicht von Bevölkerung und Ärzten

Gesundheitsmonitor zeigt Wandel im Anspruchsdenken

Ärzte bei einer Besprechung

Im deutschen Gesundheitswesen mangelt es an Transparenz. Es fehlen Informationen, wie die Bevölkerung den Versorgungsalltag erlebt, welche Anforderungen sie als Bezahler und Nutzer des Gesundheitssystems stellt und wie sie geplante oder schon umgesetzte Reformen beurteilt. Deshalb hat sich die Bertelsmann Stiftung im Jahr 2001 entschlossen, einen Querschnitt der Bevölkerung regelmäßig zu befragen.

Der Gesundheitsmonitor gibt Entscheidungsträgern in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft regelmäßig und unabhängig Informationen über den Zustand der ambulanten Versorgung in Deutschland. Dazu befragt die Bertelsmann Stiftung seit 2001 alle sechs Monate einen repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung zu ihren gesundheitspolitischen Einstellungen zu Reformen sowie zu Veränderungsbedarf und -bereitschaft. Erstmals seit Beginn der Erhebungen zeigt sich jetzt ein Wandel im Anspruchsdenken: immer mehr Menschen befürworten, dass in der gesetzlichen Krankenversicherung nur eine umfassende Grundsicherung von der Solidargemeinschaft getragen wird. Für individuelle Risiken und Wahlleistungen soll dagegen eigenverantwortlich vorgesorgt werden.


Die Ergebnisse des Gesundheitsmonitors tragen dazu bei, gesundheitspolitische Informationslücken zu schließen und Reformkonzepte zu entwickeln, die von Versicherten und Ärzten mitgetragen werden. Hierbei greift die Stiftung auf ein Netzwerk von Experten zurück, mit denen die Befragungsergebnisse des Gesundheitsmonitors diskutiert werden. Insgesamt hat die Stiftung bis heute knapp 22.000 Versicherten und über 2.500 Ärzten zu über 150 gesundheitspolitisch relevanten Themen befragt. Damit ist der Gesundheitsmonitor einer der größten Surveys dieser Art in Deutschland.

Die Befragungsdaten werden über zahlreiche Kommunikationsformate an die Zielgruppen herangetragen. Dazu zählen eine jährliche Buchveröffentlichung, Chartbooks, quartalsweise Newsletter, Aufsätze in Fachzeitschriften, gesundheitspolitische Fachseminare, Vorträge auf Tagungen, Pressemitteilungen sowie Interviews im Fernsehen und Hörfunk.

Das Instrument: neutral, zeitnah, vielseitig nutzbar

Was unterscheidet den Gesundheitsmonitor von anderen Befragungen zur ambulanten Versorgung? Erstens kann die Bertelsmann Stiftung als neutrale Institution Umfragen jenseits von Partikularinteressen durchführen und darauf aufbauend unabhängige Reformvorschläge entwickeln. Zweitens bietet die halbjährliche Befragung der Versicherten aktuelle Aussagen - etwa zu den unmittelbaren Auswirkungen von Reformen. Drittens ermöglicht das Befragungsdesign die Analyse von Veränderungen, die sich im Laufe der Zeit in der ambulanten Versorgung und den Einstellungen der Bevölkerung vollziehen.

"Unser übergeordnetes Ziel ist es, die Befragungsergebnisse Funktionsträgern in Politik und Selbstverwaltung zur Verfügung zu stellen", sagt Dr. Brigitte Mohn, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung. "Damit geben wir ihnen eine solide, aussagekräftige und unabhängige Basis für die Verbesserung des deutschen Gesundheitssystems aus Versichertenperspektive an die Hand."


Der aktuelle "Gesundheitsmonitor 2008" erscheint im November 2008 und beinhaltet folgende Themen:

Ilona Kickbusch, Gerd Marstedt
Gesundheitskompetenz: eine unterbelichtete Dimension sozialer Ungleichheit

Max Geraedts
Informationsbedarf und Informationssuchverhalten bei der Arztsuche

Andreas Timm
Die gesundheitliche Lage von alleinerziehenden Müttern

Felix Welti
Streitigkeiten zwischen gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen und ihren Versicherten

Melanie Schnee
Sozioökonomische Strukturen und Morbidität in den gesetzlichen Krankenkassen

Jan Böcken
Hausarztmodelle im Spannungsfeld zwischen ordnungspolitischem Anspruch und Versorgungsrealität

Christian Graf
Verbesserung der Chronikerversorgung - welchen Einfluss haben DMP und Hausarztmodelle?

Hedy Kerek-Bodden, Bernd Hagen, Adelheid Lang, Dominik von Stillfried
Zusammenarbeit von Haus- und Fachärzten aus Versichertenperspektive

Matthias S. Pfannkuche, Gerd Glaeske, Falk Hoffmann
Rabattverträge bei Medikamenten: Erfahrungen der Patienten

Ute Mons, Robert Amhof, Martina Pötschke-Langer
Gesetzliche Maßnahmen zum Nichtraucherschutz in Deutschland - Einstellungen und Akzeptanz der Bevölkerung

Adelheid Kuhlmey, Tanja Hitzblech, Susanne Schnitzer
Alter und Gesundheit: Vorstellungen in unterschiedlichen Generationen

Karin Höppner
Neue Aufgabenverteilung zwischen Gesundheitsberufen in der Arztpraxis aus Patientensicht

Bernard Braun, Thomas Gerlinger
Erwartungen der GKV-Versicherten an die Zukunft des Gesundheitswesens 2001 bis 2008: Trends, soziale und politische Einflussfaktoren


Ansprechpartner
BoeckenJan Jan Böcken
Telefon:
+49 5241 81-81462
Publikation
Cover: Gesundheitsmonitor 2008

Gesundheitsmonitor 2008

Im "Gesundheitsmonitor 2008" stehen Informationen zu den Themen Gesundheits-Kompetenz auf Versicherten-Seite, Informationsbedarf bei der Suche nach einem ambulanten Arzt, Alter und Pflege sowie Erfahrungen der Bevölkerung mit neuen Versorgungsformen zur Verfügung. Grundlage der einzelnen Beiträge sind Daten einer Bevölkerungs-Umfrage, die von Experten aus Wissenschaft und Gesellschaft mit dem Ziel analysiert wurden, politische Empfehlungen aus der Versichertenperspektive zu formulieren.

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