Moderne Beschäftigungsfähigkeit
Um die vorzeitige Inaktivierung der Wertschaffungspotenziale Älterer zu verhindern, bedarf es integrierter Anstrengungen auf unterschiedlichen gesellschaftlichen Feldern und Ebenen. Es ist ein klarer Paradigmenwechsel erforderlich, der einer Differenzierung und Verlängerung von Beschäftigungsbiografien Vorschub leistet. Sowohl auf Ebene der Politik, bei den Tarifpartnern, in den Unternehmen und bei jedem Einzelnen müssen heute Weichenstellungen und Umdenken erfolgen.
Schließlich müssen die Anforderungen der zukünftigen Arbeitswelt von einem insgesamt geringeren und zugleich älteren Erwerbspersonenpotenzial bewältigt werden. Bis zum Jahr 2020 wird die Zahl der über 50-Jährigen in Deutschland um fast 5 Millionen Personen und ihr Anteil am Erwerbspersonenpotenzial insgesamt von 22 auf 34% steigen. Tatsächlich sind derzeit aber nur 39% der 55-65jährigen in Deutschland erwerbstätig - die Quote liegt damit weit unterhalb des OECD-Durchschnitts von 51%.
Obwohl sich ältere Menschen in Deutschland einer steigenden Lebenserwartung erfreuen - 60jährige können heute rund 22 weitere Lebensjahre erwarten, das sind fast 5 Jahre mehr als 1970 -, hat sich die Gesamtzeit der Erwerbstätigkeit sowie das Rentenzugangsalter in Westdeutschland gegenüber den 70er Jahren kaum verändert. Dementsprechend stieg die durchschnittliche Rentenbezugsdauer in den vergangenen 34 Jahren von 11,1 auf 16,7 Jahre (2003).
Hier liegt auch eine Ursache der akuten Finanzprobleme der sozialen Sicherungssysteme. Allein der verbreitete Vorruhestand, d. h. die Tatsache, dass das faktische Erwerbsaustrittsalter um fast 4 Jahre unter dem gesetzlichen Rentenalter von 65 Jahren liegt, stellt die nachhaltige Finanzierung der Rentenversicherung in Frage.
Die sozioökonomischen Konsequenzen dieser Entwicklungen sind vielfältig. Einerseits mindert dies die gesamtwirtschaftliche Wertschöpfung und Leistungsfähigkeit. Andererseits stellen instabile Sicherungssysteme und die frühzeitige Inaktivierung der Beschäftigungspotenziale Älterer auch eine gefährliche Belastung für gesellschaftliche Integration und sozialen Zusammenhalt dar. Denn Arbeit und Beschäftigung haben neben der Funktion der Existenzsicherung auch ein Sinn stiftendes Element und tragen zu sozialer Kohäsion bei.
Projekte
Älter werden - aktiv bleiben. Beschäftigung in Wirtschaft und Gesellschaft Ältere Arbeitnehmer am Arbeitsmarkt Strategien gegen den Fachkräftemangel Aktion Demographischer Wandel Enterprise for Health Gesunde Arbeitswelten im demographischen Wandel
Publikationen
Demographiebewusstes Personalmanagement
Die neue Publikation der Bertelsmann Stiftung macht praktikable Vorschläge für Unternehmen, den demographischen Wandel durch vorausschauende Personalpolitik zu bewältigen.
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Beschäftigungschancen für ältere Arbeitnehmer
Die Menschen sind heute vitaler und leistungsfähiger als je zuvor - auch im Alter. Dennoch scheiden sie hierzulande immer früher aus dem Erwerbsleben aus.
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